Dieser Kommentar wurde von Caroline Porsiel, CEO der Atlanta Bourbon Company, verfasst.  Inspiriert durch den Artikel von Volker Tietz: Interview mit dem Chefanlagestrategen der UBS Bank, Maximilian Kunkel, auf Focus Online „Nachhaltige Geldanlagen: “Firmen werden zur Nachhaltigkeit gezwungen, wenn sie steigende Aktienkurse haben wollen“.

In einem Artikel über die Rolle der Frau und Millennials für nachhaltiges Investment und warum Nachhaltigkeit und Rendite sich nicht ausschließen, überraschte mich Maximilian Kunkel indem er erklärte: „Es gibt Sektoren, um die ich als Fondsmanager einen großen Bogen mache“ und dazu zählen „beispielsweise Alkohol, Pornografie, Tabak und Rüstung.“ Insbesondere die Tatsache, dass dem UBS-Bankier zuallererst Alkohol in den Sinn kam, den es als nachhaltige Investition zu vermeiden gilt, stört mich. Ganz zu schweigen davon, dass es Marihuana-Produkte nicht einmal auf seine Liste schafften. Die Frage ist also, warum das so ist. Wieso wird eine Investition in Alkohol – ohne Zögern – vor Pornografie, Tabak- und Rüstungsindustrie genannt? Mir kommt es so vor, als werde ich mit alten Marketing-Relikten der Prohibitionsbewegung der 1920er Jahre konfrontiert: „Tis here we pledge perpetual hate to all that can intoxicate.“ (frei übersetzt: Hier geloben wir unablässigen Hass auf alles, was berauschen kann).“

Auf die Frage, ob die Anforderung „nicht-in-Alkohol-investieren“ auch gilt, wenn z. B. ein Pharmaunternehmen (…) ein Weingut in Spanien besitzt und betreibt, ist die Antwort von Maximilian Kunkel einfach: „Wenn sie das ganz strikt umsetzen, dann fällt diese Aktie durch das Raster. Aber insgesamt geht der Trend weg vom reinen Ausschlusskriterium zur Integrationsumsetzung.“ Ich finde es eigenartig, dass die Risiken eines Investments in der Pharmaindustrie nicht kommentiert werden und nur das alkoholproduzierende Weingut erwähnt wird. Ernsthaft? Die gesetzliche Haftung für Opioidsucht, allgemeine Haftpflicht für Pharmaprodukte, Arzneimittelfälschungen, weltweite Qualitätskontrolle, technologische Entwicklungen, Tierversuche und Patenthürden sind nur einige Punkte, an die man bei Pharmaindustrie denken muss. Warum ist Pharma also nicht auf der Liste?

Die UBS Group ist eine multinationale Investmentbank mit Sitz in der Schweiz. Ironischerweise haben einige der reichsten Menschen der Schweiz mit Alkohol ihr Geld verdient: Jorge Paulo Lemann (AB Inbev, SABMiller) und Charlene de Carvalho-Heineken (Heineken International). Das Lesen der Nachrichten über Spenden für Notre Dame in Paris erinnert an Bernard Arnault, der anscheinend der viertreichste Mann der Welt ist, dessen Reichtum die Destillerien von Ardberg, Glenmorangie, Hennessy, die Champagnermarken Dom Perignon, Veuve Clicquot, Moet & Chandon umfasst, nur um ein paar zu nennen.

Alkohol hat die Menschheit seit Tausenden von Jahren begleitet, hat Hungersnöte, Kriege und Wirtschaftskrisen überlebt und kann tatsächlich eine nachhaltige und sichere Investition darstellen. Das zu schnelle auf eine „Nicht-Investieren-Liste“ setzen, muß sich ändern. Wir müssen die letzten Überbleibsel der Prohibition ablegen und die Risiken und das Potenzial von Craft Destilling unvoreingenommen einschätzen. Vor einigen Wochen sagte jemand zu mir: Ich trinke keinen Alkohol und investiere deshalb nicht in Alkohol. Nun, lassen Sie mich auch darauf antworten, Jorge Lemann trinkt auch keinen Alkohol, aber er befindet sich derzeit auf Platz 35 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.

Deshalb ehre ich heute Herrn Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege von UBS Deutschland, für seine Äußerungen vom letzten Freitag mit unserem „Temperance Ribbon“, Atlanta, Mai 2019. Lassen Sie uns mit der Modernisierung unserer Überzeugungen beginnen weg von „Beautiful water my beverage shall be“ (frei übersetzt: Wunderbares Wasser soll mein Getränk sein“) hin zu nachhaltigem #CleanDrinking und unserem #BourbonReinheitsgebot.

Wenn Sie einen Kandidaten für unser „Temperance Ribbon“ vorschlagen möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an info@atlanta-bourbon.com.

Über Atlanta Bourbon Company: Atlanta Bourbon Company ist eine Craft Distillery in der Aufbauphase. Wir haben uns zu unserem eigenen Atlanta Bourbon Reinheitsgebot verpflichtet, um Super-Premium-Qualität ohne Zusatzstoffe zu produzieren – weil wir glauben, dass die Zukunft Clean Drinking bedeutet.

 

#BourbonReinheitsgebot #CleanDrinking #Temperance #Prohibition #VentureCapital

ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG:
5. Mai 2019
Caroline Porsiel
Atlanta Bourbon Company
Telefon +1 404 771 4332
E-Mail info(at)atlanta-bourbon.com