Heinrich VIII. (28. Juni 1491 – 28. Januar 1547) wurde berühmt für seine sechs Ehefrauen und die Reformation der Kirche von England heraus aus päpstlicher Autorität im Jahr 1531. Doch die Entscheidung des Tudors sich von der katholischen Kirche zu trennen, mag nicht nur auf seinem Wunsch nach einer Wiederverheiratung beruhen, es war vermutlich eine lang geplante, politische und vor allem auch eine finanzielle Entscheidung.

Tatsächlich griff nicht nur das Haus Tudor kirchliche Institutionen des westlichen Katholizismus an: Die Magna Carta, die auf das Jahr 1215 zurückgeht, beginnt mit einer Freiheitsgarantie für die englische Kirche „Ecclesia Anglicana libera sit“. Martin Luther veröffentlichte 1517 bereits seine 95 Thesen und markierte damit den Ausgangspunkt der protestantischen Reformation in Kontinentaleuropa.

Aber warum wurde die katholische Kirche so viele Jahre lang angegriffen?

Die katholische Kirche und ihre Klöster in den späten 1530er Jahren waren reich und besaßen bedeutende Besitztümer in ganz England, Irland und Europa. Diese Ländereien und religiösen Häuser garantierten Einkommen und Einnahmen für ihre Besitzer. Es wird geschätzt, dass diese katholischen Stände im 16. Jahrhundert etwa 40% aller Pfarrpfründe in England kontrollierten, etwa die Hälfte aller kirchlichen Einkünfte ausmachten und etwa 25% des Grundbesitzes der englischen Nation besaßen.

Aber wie hat das alles den Whiskeymarkt beeinflusst?

Die Popularität von Whiskey wuchs in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts weiter. Als Heinrich der VIII in den späten 1530er Jahren mit der Auflösung der Klöster in England und Irland begann, war dies eines der revolutionärsten Ereignisse seiner Zeit wovon insgesamt etwa 12.000 Menschen (4.000 Mönche, 3.000 Kirchenrechtler, 3.000 Brüder und 2.000 Nonnen) betroffen waren. Sie alle mussten neue Berufe finden: Zum ersten Mal in der Geschichte begannen kürzlich arbeitslos gewordene Mönche mit der privaten Produktion des beliebten „Uisge Beatha“ und verbreiteten ihr Wissen über das gesamte Königreich. Die Herstellung von Whiskey erfolgte von da an nicht mehr exklusiv im Wissen der katholischen Klöster und führte zu privaten Whiskeyproduktionen in ganz England, Irland und Schottland. Mit der beginnenden Verbesserung der Produktionsprozesse und der Verfeinerung der Qualität von Whiskey wurde der Whiskey, wie wir ihn heute kennen, destilliert. Letztendlich war es König Heinrich der VIII., der das Monopol der Kirche auf Whiskeyproduktion beendete und damit private Whiskeybrennereien in seinem Königreich den Weg ebnete.

Die irischen Wörter für Whiskey sind „Uisce Beatha„, was „Wasser des Lebens“ bedeutet. Das englische Wort Whiskey ist eine Verfälschung des Wortes Uisce, so dass das Wasser des Lebens später der ganzen Welt als Whiskey bekannt wurde.